Sie wünschen eine persönliche Beratung? Rufen Sie uns an: 0221-1690-3366 oder per E-Mail

Über Faircoach
Regular online 5059828 1920

Dezentrale Teams führen – mentale Hürden erfolgreich überwinden

13.07
Dr. Andreas Batton

Wie hirngerechte und neuro-psychologische Kommunikation die Teamleistung aufrechterhält

Die Qualität der Führung dezentraler Teams ist durch organisatorische Maßnahmen allein nicht immer gewährleistet. Teamleitung als auch Teammitglieder haben mit spezifischen mentalen Umstellungen zu kämpfen. Die vornehmlich über den Hörkanal ablaufende Kommunikation erfordert eine besondere Sensitivität im Umgang mit der verbalen Sprache. Visueller Abgleich über die non-verbalen Signale ist ausgeschlossen.

Worauf kommt es also nun an?

Situation:

Führen dezentraler Teams heißt Führen im Remote-Modus. Auf Direktkontakt und unkomplizierte informelle Begegnungen muss verzichtet werden, besonders im Rahmen strenger Corona-Regeln. Beratungsfirmen zeigen auf, was beim Führen im Remote-Modus zu tun ist und welche Maßnahmen zielführend sind. Zu kurz kommt dabei die latente Wirkung negativer mentaler Aspekte, die die Gedanken von Führungskräften beherrschen. Gemeint sind solche, die nicht durch gelebte organisatorische Maßnahmen allein zu meistern sind.

Aus Gesprächen mit Verantwortlichen ergaben sich vor allem folgende Fragen:

  • Wie erhalte ich die Teamleistung aufrecht?
  • Wie baue ich eine wirkungsvolle Kommunikation auf?
  • Wie vermeide ich Kontrollverlust, Konfliktpotenziale und Demotivation im Team?
  • Wie stabilisiere ich meine Position als Verantwortliche(r) und die Wirkung als Teamleader?

Nebenwirkungen:

Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen kann sich entwickeln:

  • Eine verbale Kommunikation, die ihre Wirkung verfehlt oder negative Effekte erzeugt,
  • Eine reduzierte Wahrnehmung dessen, was Mitarbeiter*innen wirklich bewegt und bedrückt
  • Fliehkräfte zwischen den Teammitgliedern und Konflikte innerhalb des Teams,
  • Isolation und Demotivation einzelner im Kreis der Teammitglieder

Die Folge sind Leistungs- und Effizienzverlust sowie Ergebnisrückgang des Teams. In der Konsequenz bedeutet es die Schwächung der eigenen Position als Vorgesetzte(r). Wie aber können diese Tendenzen und Entwicklungen im mentalen Bereich vermieden werden?

Lösungsansätze:

Beim Führen im Remote-Modus kommt es auf sensible Wahrnehmung und genaues Hinhören an. Die eingeschränkte Wahrnehmungsvielfalt bei Video-Chats begrenzt den Informationsaustausch im Wesentlichen auf den Hörkanal. Der visuelle Kanal ist unzureichend, weil eingeschränkte Sicht und Übertragungsqualität keine detaillierte Beobachtung zulassen. Die verbale Sprache muss nun den Teil ausgleichen, den normalerweise die non-verbale Kommunikation übernimmt. Nämlich durch gezielte Wortwahl die Grundbedürfnisse des Anderen zu erfüllen. Bilder und Worte werden im Gehirn mit Erfahrungen verknüpft und abgespeichert. Diese Repräsentationen sind individuell und steuern aus dem Unterbewusstsein unser Denken, Entscheiden und Handeln. Es ist eine Steuerungsbox, die gezielt die multimodalen Grundbedürfnisse des Menschen befriedigen. Man kann diese 4 Grundbedürfnisse mit den Begriffen Stärke, Sicherheit, Abwechslung und Harmonie umschreiben. Werden sie nicht hinreichend berücksichtigt, tritt Demotivation und innerer Widerstand auf. Für Führungskräfte heißt das, in besonderer Weise durch individuell geeignete Wortwahl zu kommunizieren, um MitarbeiterInnen das Gefühl zu geben, dass sie dabei sind, sich entfalten können und motiviert bleiben.

Rechtshirnig angesiedelte Soft-Skills und Mentalfaktoren haben für Führungskräfte jetzt eine besondere Relevanz. Sie erlauben die hirngerechte Ansprache der MitarbeiterInnen und damit den maximal möglichen Zugang. In geographischer Nähe zu den Mitarbeitern lässt sich leichter ein unmittelbarer und zeitnaher Führungsstil verwirklichen. Man ist direkt am Geschehen und am Team dran. Führen auf Distanz schränkt die gewohnte Präsenz ein: Ein falsches Wort am Telefon oder eine ungeschickte Formulierung über Internet kann üble Folgen haben.

Da nur der Hörsinn als Empfangskanal zur Verfügung steht, können verbale Äußerungen beiderseits der Leitung nicht klar genug über non-verbale Signale abgeglichen werden. Das liefert hohes Potenzial für Missverständnisse und Beurteilungen auf Basis fehlerbehafteter Interpretationen. Um Mitarbeiter zu erreichen, genügt es nicht, nur Fakten und Sachverhalte zu liefern. Es müssen über die Sprache auch motivierende Emotionen und positive Bilder in den Köpfen der Mitarbeiter erzeugt werden, um so deren mentale Probleme zu lösen oder nicht erst entstehen zu lassen.

  • Linkshirnige Menschen, die eher distanzierte Logiker sind, benötigen kurze knappe Anweisungen, ohne Umschreibungen. Sie brauchen das Gefühl, in Entscheidungen eingebunden zu sein oder selbst entscheiden zu können. Small-talk ist würde bei diesem Typus eine deutlich negative Wirkung haben.
  • Der zweite linkshirnige Typus benötigt einen Rahmen aus Vorgaben und Zeitplan für die Erledigung seiner Aufgaben. Menschen dieses Typus sind es gewohnt, Dinge nacheinander abzuarbeiten. Sie sind besonders unter Stress schnell überfordert, selbst Prioritäten zu setzen. Führungskräfte sollten sachlich und in logischer Reihenfolge rüberbringen, was sie von der betreffenden Person brauchen.
  • Der eine rechtshirnige Typus dagegen benötigt einen gewissen Freiraum. Zeitpläne und strikte Vorgaben setzen ihn unter Druck. Er spricht auf eine Sprache an, die nicht Fakten aufzählt, sondern in Bilder aufbaut. Statt „wir brauchen 1., 2. und 3.“ ist es besser zu sagen „Mit diesen Mitteln werden wir als No.1 durchs Ziel laufen“. Dieser Typus braucht Vorstellungen anstelle von Tabellen und Zahlen.
  • Der zweite rechtshirnige Typus sucht Harmonie und möchte verstanden werden. Ihn bittet man am besten um Hilfe. Er ist zugewandt und sucht die Einbindung. Ein Small-Talk über das persönliche Befinden wirkt förderlich und sollte dem eigentlichen Anlass des Anrufes zum Beispiel vorausgehen.

Werden die Grundbedürfnisse gezielt angesprochen und respektiert, empfinden die MitarbeiterInnen das als motivierend, sie fühlen sich an der richtigen Stelle abgeholt. Eine Führungskraft, die hirngerecht rüberkommt, wird als präsent und wirksam empfunden. Die Einhaltung euro-kommunikative Regeln in der Leadership sind daher wichtiger Stabilitätsfaktor für die Führungsposition. Gezielt zugeschnittene Mentaltrainings stärken Führungskräfte in Hinblick Soft-Skills und Mentalfaktoren zu den Bereichen Gespür und Sensitivität der Wahrnehmung, Unterstützung des Selbstmanagements, Selbstmotivation und Disziplin der MitarbeiterInnen und Kommunikation.

Die verbale Kommunikation ist für das Führen dezentraler Teams von größter Bedeutung. Über sie müssen MitarbeiterInnen hirngerecht angesprochen und ihre unterbewussten Bedürfnisse erfüllt werden. Nur so ist die Teamleistung und die Arbeitsleistung jedes einzelnen Teammitglieds aufrechtzuerhalten. Gruppen- oder Einzeltrainings – am Besten online – können kurzfristig, ortsungebunden und vor allem mit dem neuen medialen Ansatz vereinbart werden und zeigen rasch die gewünschte Wirkung.

Mehr von Dr. Andreas Batton
  • Preview bildschirmfoto 2019 09 16 um 11.37.45
  • Preview header kreativit t
  • Auf unserer Webseite verwenden wir Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Sie haben die Möglichkeit der Nutzung von Cookies zu widersprechen. Nähere Informationen hierzu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Mehr erfahren